Ja, ich hab ihn mir angeschaut, den Eurovision Song-Contest 2009, angeschaut und Tee getrunken, Alkohol war in diesem Jahr nicht notwendig, denn tatsächlich war, relativ gesehen, das gar keine so schlechte Veranstaltung. Auch der deutsche Beitrag hat kaum gestört. Dita von Teese durfte nicht strippen, war kaum zu sehen, das ist schade, aber Oscar und Alex waren auch schnell wieder von der Bühne verschwunden.
Und ich war in guter Gesellschaft, 7,36 Millionen Deutsche schauten den Song-Contest, das sind mehr als das DSDS-Finale gesehen haben. Und mit einem Marktanteil von 35 Prozent in der ominösen Zielgruppe lag man auch nur kurz hinter dem DSDS-Finale eine Woche zuvor. (DWDL)
Gut, ich habe nicht verstanden, was diese seltsamen Einspieler sollten, mit denen Russland die herrlich zügige Abfolge der 25 musikalischen Beiträge ein paar Mal unterbrach, ich hab auch nicht verstanden, warum es einen Vokabelkurs in Russisch gab und wozu es eine Schalte in den Weltraum gab, aber es gibt nunmal Dinge zwischen Himmel und Erde, die sollen wir gar nicht verstehen. Und warum gab es gefühlt in jedem zweiten Länder-Teaser (die alle gleich aussahen) einen Skateboardfahrer zu sehen?
Abgestimmt habe ich auch, denn eine SMS kostete nur schmale 20 Cent, also nichtmal halb so viel wie bei der verflixten Bande von RTL, die immer gleich 50 Cent haben wollen und davon (anders als die britischen TV-Sender) nichtmal was spenden. Eine SMS ging an den späteren Gewinner Norwegen und eine an Schweden, die zu meiner Überraschung noch hinter Deutschland auf dem 21. Platz landeten. Gut, es war ein bisschen seltsam das schwedische Lied, eine komische Mischung (wie Whitney Houston auf LSD), aber nicht schlecht. Island, Großbrittanien und Frankreich hatten auch ein überraschend hohes Niveau zu bieten. Fast bin ich geneigt, sollte es sie denn geben, eine Song-Contest-CD zu kaufen.
Zugegeben als deutscher TV-Zuschauer mit ironisch-distanzierter Haltung schaut man die Auswertung besonders gerne, um zu sehen, wie der deutsche Beitrag auf dem letzten Platz landet, diesen Gefallen hat man mir diesmal nicht getan. „Miss Piss Gang Bang“ „Miss Kiss Kiss Bang“ konnte sich auf den 20 (von 25) Plätzen retten. Warum es 7 Punkte aus Großbrittanien gab, ist vielleicht damit zu erklären, dass Susan-Boyle-Verrückten Briten Alex und Oscar schon bei Oprah gesehen hatten, wo auch Susan Boyle zu Gast war (The World’s Got Talent hieß das ironischerweise). Die 7 Punkte aus Dänemark sind vielleicht mit der geografischen Nähe zu erklären, oder ganz Flensburg wurde von der Bundeswehr über die Grenze zum Voten getrieben (wer weiß das schon). Warum aber ausgerechnet Norwegen nochmal 6 Punkte für Deutschland übrig hatte, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.
Insgesamt muss ich sagen, ist der Grand Prix wieder ansehbar geworden, dauert nicht so ewig lange, gibt auch Gutes, sieht schön aus und klingt manchmal nicht schlecht. Aber wie kriegen wir den Störfaktor Deutschland da jetzt raus?
tvkritikundso









13 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Mai 17, 2009 um 14:09
Andi
Die Teaser heißen im Grand Prix-Fachjargon „Postcards“… Die wurden irgendwann in den 90ern eingeführt. Die kann man so machen wie die Russen gestern. Die kann man aber auch hübsch machen.
Zur russischen Ehrenrettung sei gesagt: die sahen nicht immer gleich aus. Die hatten immer nur das gleiche Model (Miss World 2008 oder so, kommt aus Russland). Ansonsten haben die immer aus dem dann folgenden Land Sehenswürdigkeiten gezeigt. Bei uns z.B. das Brandenburger Tor.
Und da du nicht dumm sterben sollst…:
Die Live-Schaltung in den Weltall erfüllte den Zweck, dass die von dort oben das Voting eröffnen sollten.
Und, ja:
es gibt einen Sampler zum ESC. Viel Spaß beim Hören.
Mai 17, 2009 um 14:17
tvundso
Oh danke, für die vielen Ergänzungen, da schaue ich mal bei iTunes, ob ich mir die Songs die mir am besten gefallen habe, einzeln runterladen kann.
Mai 17, 2009 um 16:40
Brüsteraten « TV… und so
[...] Ich verrate es Euch: Dita von Teese, der amerikanischen Burlesque-Sängerin, die gestern beim Eurovision Song-Contest das deutsche Duo Alex und Oscar bei ihrem Song “Miss Kiss Kiss Bang” unterstützte, [...]
Mai 19, 2009 um 12:59
Andreas
Hallo,
habe mal ne Frage, weil ich das bei dir schon zum zweiten Mal lese.
Gibt es ne Aufzeichnung von Oscar und Alex bei Oprah, habe bisher dort nur Simon Cowell und Susan Boyle gesehen…
Und ich weigere mich zu glauben, dass die wirklich da waren. Ich halte das für die übliche Eigen-PR eines Alex C.
Mai 19, 2009 um 14:08
tvundso
Ich habe leider auch keine Aufzeichnung gefunden. Es wurde allerdings am vorletzten Freitag eine Schalte nach Hamburg gemacht, also Alex und Oscar da aufgetreten sind.
Mai 19, 2009 um 20:44
DDH
Am musikalisch überzeugendsten fand ich Jade Ewen aus Großbritannien.
Mai 20, 2009 um 12:57
tvundso
Ja, die war nicht schlecht, fast zu professionell gemacht fand ich aber, genau wie Frankreich. Norwegen war lockerer.
Mai 24, 2009 um 12:08
Rettet Dieter Bohlen jetzt den Eurovision Song-Contest? « TV… und so
[...] sogenannte Poptitan Dieter Bohlen (DSDS) hat die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der ARD beim Eurovision Song-Contest, bei dem Deutschalnd vor einer Woche nur 20. wurde, nicht grundsätzlich ausgeschloßen. Nachdem [...]
Mai 26, 2009 um 16:27
Chris
Das mit Schweden konnte ich auch nicht wirklich verstehen. Fand das Lied eigentlich nicht schlecht und die Sängerin war ja auch nicht unbedingt die Hässlichste. Vor Deutschland hätten sie eigentlich auf jeden Fall landen müssen. Aber da gibt es wohl ähnlich wenig Zusammenhalt mit den Nachbarländern wie bei uns auch
Mai 26, 2009 um 17:09
tvundso
Ja, sieht so aus. Wenigstens bin ich nicht der einzige, dem der schwedische Beitrag beim Eurovision Song-Contest gefallen hat
Juni 1, 2009 um 12:28
Popstars 2009 mit neuer Jury, Konzept und Motto « TV… und so
[...] wird Alex Christensen, der mit “Miss Kiss Kiss Bang” für Deutschlands aktuellste Grand Prix-Blamage verantwortlich zeichnete in die Jury zurück kehren. Christensen, der mal mit der dem [...]
August 21, 2009 um 13:54
Popstars 2009: Miniplaybackshow mit Zauberstaub « TV… und so
[...] der auch früher schonmal Jury-Mitglied bei Popstars war und sich nach seinem peinlichen “Alex Swings Oscar Sings”-Eurovision Song Contest Beitrag überraschend immernoch ins Fernsehen traut. Welchen Zweck seine Anwesenheit verfolgt ist unklar. [...]
Februar 2, 2010 um 00:35
Unser Star für Oslo: “Wir casten da keine Popmäuschen oder sowas” « TV… und so
[...] die erste Kooperation von ARD und ProSieben, nach einigen Geburstwehen entstanden nach dem letztem Debakel des deutschen Gesangsbeitrags beim Eurovision Song Contest. Beginnen wir mit dem Schlechtesten (keine Angst, das meiste ist gut): Im folgenden einige [...]