Leider geht dieser Tage wieder einmal ein (auch auf Weblogs) bezogenes Internetprojekt „zu Ende“. Nämlich der sogenannte Memetracker Rivva, ein Dienst der (vollautomatisch) anzeigte welche Artikel im Internet (Onlinemedien und Blogs) besonders häufig verlinkt werden.
Vor zwei Tagen nun gab Rivva-Entwickler Frank Westphal auf dem Blog von Rivva bekannt, dass er das Projekt nicht weiter fortführen wird:
Ich werde versuchen, den Dienst noch in einem möglichst pflegeleichten Modus fortzuführen. Die Weiterentwicklung aber ist bis auf Weiteres eingefroren.
Als Rivva vor zwei Jahren startete, habe ich es nicht verstanden, dann habe ich eine Weile nicht gebloggt und seitdem ich dieses Blog hier habe, bin ich selber nie dort aufgetaucht (weil man erst von Medien die bereits dort auftauchen verlinkt werden muss), dennoch habe ich öfter mal bei Rivva reingeschaut, um zu sehen, was gerade im Netz diskutiert wird.
Ähnlich wie bei Blogscout vor zwei Jahren endet damit wieder ein schönes Projekt, das einen Einblick auch in die Blogosphäre bot. Wirklich schade, dass die Macher immer einen so kurzen Atem haben, aber vorwerfen kann man das niemandem, im Gegenteil: schön, dass es sowas überhaupt gab (gibt).
Sogar die Faz.net schreibt über die „Trockenlegung von Rivva“ einen Arikel, in dem sie konkludiert: „Die Sinnkrise, mit der sich die deutschen Blogger plagen, droht sich nun zu verschärfen.“
Sinnkrise also. Das derzeit wohl interessanteste Blogprojekt, das Autorenblog Carta erwidert solche Vorwürfe natürlich mit einer entsprechenden Replik. „Man kann förmlich hören, wie eine Welle der Erleichterung über diese Trockenlegung durch die Redaktion der Zeitung zieht“, schreibt Matthias Schwenk und geht dann darauf ein, dass die Faz wohl nicht verstanden hätte, was Rivva eigentlich sei. Auf die Sinnkrise kommt er nicht zu sprechen, ich könnte mir aber vorstellen, dass das ein Trigger gewesen ist. Doch nicht nur die Faz hat Rivva missverstanden.
Es schreibt selbst netzwetig.com in seinem Post zum Rivva-Ende hauptsächlich über die Bedeutung für die Blogosphäre:
Rivva war längst weit mehr als das. Rivva ist mittlerweile integraler Bestandteil des Teils der Blogosphäre, den man vielleicht als eine erste zaghafte Form von Gegenöffentlichkeit ansehen kann.
Die Idee, die Carta in Rivva sieht, nämlich einer Vernetzung von Blogosphäre, einer Brücke sozusagen, und den Onlineablegern der Holzmedien scheint also noch nicht überall angekommen zu sein. Gegenöffentlichkeit statt dessen.
Auch Telagon Sichelputzer schreibt in seinem Abschiedsgruß nur über die Blogosphäre:
Du hast mir die besten Geschichten aus der Blogosphäre gezeigt.
Und nicht zuletzt freuen sich Blogs, wenn sie neue Besucher über Rivva bekommen, wie zum Beispiel das Upload-Blog:
UPLOAD hat darüber seit Bestehen 4.095 Besucher bekommen. Aus meiner Sicht wäre es ein großer Verlust, sollte Rivva irgendwann gar ganz eingestellt werden.
Links und Besucher, die Droge des Bloggers – und Rivva ist der Dealer. Das also Rivva eine Brücke schlagen kann, über den Fluß der Nachrichten, zwischen Holzmedien und Blogs, das ist ein schöner Gedanke, aber ob das außer im Algorhytmus der Maschine auch so funktioniert hat? Nicht nur die Faz scheint ein falsches Bild zu haben. Gut aber, dass es mit Carta ein neues spannendes Blogprojekt gibt. Von Sinnkrise kann da keine Rede sein.









1 Kommentar
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Mai 7, 2009 um 02:00
konterkariert
Ja, schade um Blogscout und nun Rivva. Um folgendes Projekt war es auch ruhiger, aber es läuft noch und bietet als Memetracker einen Überblick auf über 60.000 deutschsprachige Blogs.
http://www.blogmonitor.de