Dass die Rubrik “6vor9″ vom medienlese.com-Blog durch eine gelungene Spendenaktion von massenpublikum gerettet wurde, finde ich richtig gut. Zugegeben, ich habe medienlese.com seit etwa 2 Jahren in meinem Feedreader (übrigens ist das “Vienna”), aber so richtig aufmerksam auf die tolle Rubrik mit ihren sorgsam ausgewählten und lesenswerten Linkstipps wurde ich erst jetzt. Am Freitag hatte medienlese bekannt gegeben, dass das Blog der Schweizer Blogwerk-Leute um Peter Hogenkamp eingestellt wird. Dann rief massenpublikum dazu auf, Spenden zu sammeln und jetzt sind 2000 Euro zusammen um zumindest “6vor9″ weiterbetreiben zu können.

Kritik gibts erstmal nicht viel an der Aktion, warum auch. Niemand wünscht einem anderem Blogger ja wohl ernsthaft, dass er scheitert, wenn er gute Arbeit leistet. Fiete Stegers schreibt bei Onlinejournalismus aber richtig:

Ich sehe hier keine Rettung, sondern nur eine Gnadenfrist. Wenn die Rubrik überleben will, muss sie wahrscheinlich bei einem solventeren Online-Medien unterkriechen.

Und medienrauschen meint:

Doch es schiebt das Vermarktungsproblem, das die Blogwerk AG mit dem eigenen Blog hat, nur auf, beseitigt nicht das eigentliche Finanzierungsproblem.

Off the record zieht ganz andere Schlüße und schreibt jetzt sogar, dass Paid-Content im Blogbereich Zukunft haben kann.

Ich habe noch einen ganz anderen Standpunkt zu der Sache. Ich persönlich finde diese ganzen “Linkposts”, also Blogposts in denen man andere Artikel aus dem Netz empfiehlt, sowas von umständlich, dass ich die in aller Regel gar nicht lese. Ich finde das nämlich absolutely 2006.

Aber hallo, liebe Leute, wir haben inzwischen 2009 und es gibt sowas tolles wie Social Bookmarking. Statt ständig irgendwelche Posts mit Linksammlungen ins Blog zu stellen, bookmarke ich meine Links einfach über Mister Wong. Und ohne überhaupt mit der Seite weiter in Berührung zu kommen (Firefox-Erweiterung bei mir und RSS bei den Lesern sei Dank) laufen die Artikel und sonstigen Dinge, die ich empfehlenswert finde einfach in quasi Echtzeit bei mir auf dem Blog (oben rechts) oder bei irgendwem, denn es interessiert, im RSS-Reader ein.

Sowas sollte sich vielmehr durchsetzen finde ich. Oder wenigstens als zusätzliche Alternative zu den Linkposts bei den ganzen Blogs. Hätte den Nachteil, dass die (von vielen gewünschte und celebrierte) Verlinkung unter Blogs (wie anhand dieses Posts auch vorgenommen) weiter zurückginge, aber den Vorteil der Übersichtlichkeit und Strukurierung von Leseempfehlungen. Letzteres überwiegt für mich.