
Oscar-Gewinner: Spielzeugland
Am vergangenen Sonntag (22.Februar) hat der deutsche Regisseur Jochen Alexander Freydank für seinen 14minütigen Kurzfilm „Spielzeugland“ (Toyland) einen Oscar gewonnen. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lassen sich nun immerhin herab, den Film überhaupt zu zeigen und zwar (laut Online TV-Programm der Sender 1,2):
Sonntag, 1.3. 23:30 Uhr ARD
Dienstag, 3.3. 22:05 Uhr MDR
Wie man sieht, allerdings mehr oder weniger im Nachtprogramm. Vorher kann man bei der ARD allerdings unter anderem die langweilige Politik-Talkshow-Simulation überstehen, die sich den unwürdigen Boulevardtitel „Flucht und Vertreibung -eskaliert jetzt der deutsch-polnische Zoff?“ gegeben hat.
Spielzeugland erzählt die Geschichte eines Jungen in der Zeit des Nationalsozialismus, der aufgrund einer Notlüge glaubt, sein jüdischer Freund würde statt ins Konzentrationslager in ein „Spielzeugland“ fahren. Spielzeugland gewann neben dem Oscar 16 weitere Auszeichnungen.
Warum der ÖR nicht in der Lage ist, einen solchen Film 20:15 Uhr zu zeigen, bleibt wohl ein Rätsel. Vermutlich muss der Sendeplatz für den „Brennpunkt“ variabel bleiben, falls am Sonntag in China ein Sack Reis umfällt.
Wem das Thema von „Spielzeugland“ gefällt, dem sei schonmal der Film „The Boy in the Striped Pyjamas“ empfohlen, der am 7. Mai in Deutschland startet. Hier denkt der Sohn eines KZ-Direktors, das KZ sei eine Farm. Seine Freundschaft mit einem jüdischem Häftlingsjungen hat tragischen Folgen.
Offizielle Seite des Films „Spielzeugland“.
[via medienlese, medienrauschen; Achtung: dort eventuell falsche Sendedaten für MDR]









2 Kommentare
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Februar 28, 2009 um 08:12
Rainer
Traurig, dass „wir“ Österreicher und Deutschen nur dann reüssieren können, wenn Nazi-Stoffe im Mittelpunkt stehen. Letztes Jahr gewann zum zweiten Mal ein österreichischer Film den Oscar – Thema damals wie heute: Die Nazi-Zeit …
Februar 28, 2009 um 17:50
tvundso
Naja, ganz so stimmt das nun nicht, aber zumindest historische Stoffe haben gute Chancen. Baader Meinhoff/RAF war ja für einen Oscar nominiert und „Das Leben der anderen“ (DDR) hat vor zwei Jahren einen Oscar gewonnen. Aber österreichische Oscar-Nominierung aus diesem Jahr hatte überhaupt nix mit Geschichte oder Nazis zu tun, sondern war ein Thriller/Drama.