Regisseur Danny Boyle posiert mit dem Oscar für die beste Regie in „Slumdog Millionaire“. Der Film räumte bei den Oscars 2009 ab. via Newscom, PicApp
Die Gewinner der 81. Oscarverleihung 2009 stehen fest. „And the Oscar goes to…“ hieß es in der Nacht zum 23. Februar 2009. Diese Oscar-Verleihung, sie war sehr musikalisch. Moderator Hugh Jackmann machte aus seiner Vorliebe für Musicals keinen Hehl und eröffnete die Oscar-Nacht direkt mit einer musikalischen Persiflage auf die beliebtesten Filme in einer an billig ausschauenden klassischen Musical-Kulisse (eine Anspielung auf die Wirtschaftskrise?).
Der ganz große Gewinner ist wie schon bei den Golden Globes „Slumdog Millionaire“. Insgesamt acht Oscars (Bester Film, Regie, adaptiertes Drehbuch, Kamera, Schnitt, Ton, Musik, Lied) gewinnt der Film über einen indischen Straßenjungen, der bei „Wer wird Millionär“ teilnimmt um seine große Liebe zurückzugewinnen und jede Antwort weiß. Schicksal? Vielleicht, aber hinter jeder richtigen Antwort steckt eine kleine Geschichte, Geschichten die uns im Film das Leben des Slumdogs erzählen. Slumdog Millionaire ist mit acht gewonnen Oscars in der ewigen Rangliste der Filme mit den meistgewonnen Oscars auf Platz 14 bei 10 Nominierungen (die erfolgreichsten Oscar-Filme sind übrigens Titanic, Ben Hur und Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs mit jeweils 11 Oscars).
Der für 13 Oscars nominierte „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ hingegen gewinnt nur drei Oscars in den technischen Kategorien (Makeup, Visuelle Effekte, Szenenbild). Berechtigt: wie auch manch Kritiker schrieb, dieser Film ist technisch perfekt, aber doch recht langatmig und seelenlos. Diese Entscheidung ist nur folgerichtig. Regisseur David Fincher hatte mit seinem routiniertem Werk geradezu um Oscars gebettelt, aber wie man im Englischem so schön sagt: „He was trying too hard“.
Beste Haupdarstellerin wird ganz verdient Kate Winslet für ihre Darstellung einer in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und dem Holocaust schuldig gewordenen Deutschen in der Verfilmung von Bernhard Schlinks Roman „Der Vorleser“.
Der beste Hauptdarsteller des Oscar-Jahres ist ebenfalls völlig verdient Sean Penn, der für seine Darstellung des homosexuellen Bürgerrechtlers Harvey Milk geehrt wurde. In Gus van Sants Film über eine Stück Geschichte und politische Liberalisierung ist Penn nach Ansicht vieler Kritiker vollkommen in seiner Rolle aufgegangen. In seiner Dankesrede betonte Penn dann auch nochmal die Bedeutung der politischen Botschaft und hatte warme Worte für seinen Freund Mickey Rourke („Du bist mein Bruder“) übrig, der ebenfalls in dieser Kategorie für einen Oscar nominiert war.
Deutschland kann den Oscar für den besten ausländischen Film nicht abräumen (Nominierung für „Baader Meinhoff Komplex“), statt dessen gewinnt leicht überraschend der japanische Film „Okuribito“ („Departures“). Ganz leer gehen die Deutschen aber nicht aus: Der Kurzfilm „Spielzeug“ von Jochen Alexander Freydank erhält einen Oscar.
Der Animationsfilm des Jahres ist erwartungsgemäß Wall e. Der verstorbene Heath Ledger gewinnt für seine Darstellung des Jokers in The Dark Knight ebenso erwartungsgemäß einen Oscar. Den Preis nahmen seine Familienmitglieder für ihn entgegen. Eddy Murphy übergab den Ehrenpreis für humanitäres Engagement an den Komiker Jerry Lewis.
Hier sind sie, nun alle Preisträger der Oscars 2009, komplett aufgelistet. Mit einem Klick auf den jeweiligen Oscar-Preisträger kommt man auf die entsprechende Seite der Internet Movie Database (IMDB), die größte Filmdatenbank im Internet. Dort findet man weitere Informationen zu den ausgezeichneten Filmen, Schauspielern und Filmemachern:
PICTURE (Bester Film)
DIRECTOR (Regie)
Danny Boyle („Slumdog Millionaire„)
ACTOR (Hauptdarsteller)
ACTRESS (Hauptdarstellerin)
Kate Winslet („The Reader“, deutsch: „Der Vorleser“)
SUPPORTING ACTOR (Nebendarsteller)
Heath Ledger (The Dark Knight)
SUPPORTING ACTRESS (Nebendarstellerin)
Penèlope Cruz (Vicky Christina Barcelona)
ORIGINAL SCREENPLAY (Drehbuch)
ADAPTED SCREENPLAY (Drehbuch nach Buchvorlage)
Simon Beaufoy (Slumdog Millionaire)
ANIMATED FEATURE
FOREIGN LANGUAGE FILM (Fremdsprachiger Film)
Okuribito (Japan, engl. Titel „Departures“)
ART DIRECTION (Szenenbild)
The Curios Case of Benjamin Button
Slumdog Millionaire (Anthony Dod Mantle)
DOCUMENTARY FEATURE (Dokumentation)
DOCUMENTARY SHORT (Kurzdoku)
ANIMATED SHORT (Animationskurzfilm)
Spielzeugland (deutscher Beitrag)
VISUAL EFFECTS (visuelle Effekte)
The Curios Case of Benjamin Button
COSTUME DESIGN (Kostümdesgin)
The Curios Case of Benjamin Button
ORIGINAL SONG (Lied)
Slumdog Millionaire („Jai Ho“)
Die Übersicht über alle Oscar Gewinner 2009 gibt es auch auf der offiziellen Website der Oscars.
Weitere Artikel auf diesem Blog:
Meine Oscar-Tipps 2009 vorab und alle Nominierten
Die Preisträger und Nominierten der Golden Globes 2009
Rezension zum Oscargewinner, der Film-Doku „Man On Wire“
Artikel auf anderen Blogs:









14 Kommentare
Kommentar-Feed für diesen Beitrag
Februar 23, 2009 um 18:46
scholaronline
ich habs live verfolgt – eine tolle zeremonie. wow. musical is back!
Februar 23, 2009 um 18:51
tvundso
Ich habs auch Live verfolgt, im Fernsehen und bei Twitter
Twitter hat sich dabei interessanter als ein Liveblog rausgestellt, da einfacher zu bedienen. popokulturjunkie und co. haben da ganz gut unterhalten.
Februar 23, 2009 um 21:13
freakyboys
WOW,
die family von heath ledger
hat dann aber richtig abgeräumt oder???
echt coll so ne verleihung und gut beschrieben.
konnte leider nur die erste halbe stunde gucken.
Februar 23, 2009 um 21:59
tvundso
Was meinst Du mit die Familie hat richtig abgeräumt? Sie hat den Oscar für den besten Nebendarsteller für ihn entgegengenommen und sich bedankt
Februar 24, 2009 um 15:44
january
Bei deinem Kommentar über “Der seltsame Fall des Benjamin Button” kann ich mich nur anschließen: Die Story war zwar gut, aber der Film extrem gestreckt und ein wenig zu perfektionistisch inszeniert. Schade, denn eigentlich hätte er Potenzial gehabt. Etwas seltsam fand ich nur die am Ende reingeschnittenen Szenen von „Sieben Jahre in Tibet“, um einen jungen Brad Pitt darzustellen… Oder wie seht ihr das?
Februar 24, 2009 um 17:41
tvundso
„Etwas seltsam fand ich nur die am Ende reingeschnittenen Szenen von “Sieben Jahre in Tibet”“
Oh, ist das so? Das habe ich nicht gewusst bzw. ist mir auch nicht augefallen.
Es gibt aber auch gutes an dem Film: Tilda Swinton zum Beispiel und Cate Blanchet.
Februar 25, 2009 um 01:30
Top Posts « WordPress.com
[...] Oscars 2009: Die Gewinner Die Gewinner der 81. Oscarverleihung 2009 stehen fest. “And the Oscar goes to…” hieß es in der Nacht [...] [...]
Februar 27, 2009 um 20:47
ARD und MDR zeigen Oscar-Gewinner “Spielzeugland” « TV… und so
[...] Jochen Alexander Freydank für seinen 14minütigen Kurzfilm “Spielzeugland” (Toyland) einen Oscar gewonnen. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten lassen sich nun immerhin herab, den Film überhaupt zu [...]
März 1, 2009 um 15:19
hank
Hallo, wie hiess das coole lied bei dem zusammenschnitt der action scenen? Wer kann mir helfen…irgendwas mit hey…i was sloug you aorund and dig dig dig…???
März 1, 2009 um 17:24
tvundso
Welchen Zusammenschnitt meinst Du denn? Welche Actionszenen aus welchem Film?
März 10, 2009 um 13:01
robs
tick tick boom von den hives
März 13, 2009 um 15:05
tvundso
Oh Danke, wenn er das meinte. Ich hoffe, hank liest das noch.
Mai 20, 2009 um 16:58
Häuser der Slumdog Millionaire-Kids zerstört « TV… und so
[...] dass seine beiden Kinderstars aus Slumdog Millionaire obdachlos geworden sind, jetzt nachdem er 8 Oscars gewonnen hat (die Kids auf dem roten Teppich mit [...]
Juni 25, 2009 um 18:01
Oscars beugen sich kommerziellem und Zuschauer-Interesse « TV… und so
[...] Oscars 2009 [...]